|
Mit dem Begriff „Transversale“ bezeichnet die Geometrie eine Schnittlinie durch eine Figur. Wie entlang einer bestimmten Linie soll in dem Projekt gleichen Namens zwei üblicherweise voneinander getrennten Begriffen nachgegangen werden: Kunst und Design. Beide Begriffe haben mittlerweile einiges an Unschärfe erhalten, so dass die Frage nahe liegt, ob es nicht neugewonnene Überschneidungen gibt und gleichzeitig weiterhin Trennendes.
Mit Sicherheit kann konstatiert werden, dass sich die Berufsfelder überschneiden, jedenfalls hinsichtlich der Personen, die sie ausüben. Ein Künstler kann sehr wohl gleichzeitig Designer sein und umgekehrt. Design kann als Produktdesign mittlerweile museale Weihen erhalten und verlässt damit die zweckorientierte Sphäre zugunsten der Betonung ästhetischer Qualitäten. Bereits seit den sechziger Jahren hat die Kunst Positionen ausdifferenziert, die häufig den musealen Kontext speziell, aber auch den Kunstkontext generell meiden. Dementsprechend wird die Kunst im Alltag angetroffen, an ihm ausgerichtet und erhält Qualitäten von Nutzwert bei gleichzeitigem Verlust ästhetischer Funktion. Diese gegenseitige Durchlässigkeit der Kontexte verbunden mit kontextualen Austausch macht die Frage nach dem genauen Verlauf einer möglichen Transversale so spannend.
Unter dem Projekttitel „Transversale“ werden in Dortmund stadtweit unterschiedliche Kulturinstitute auf ihre eigenen Art und Weise in verschiedener Form die Schnittstellen zwischen Kunst und Design ausloten. Mit Ausstellungen, Modenschauen, Plakataktionen, Vorträgen, Seminaren und Diskussionen stellt sich die Kulturszene der Stadt für zehn Wochen gebündelt dem Thema.
In Dortmund haben Design und Kunst (u.a. die Design-Ausrichtung der Fachhochschule Dortmund, das Museum am Ostwall) im Rahmen der Kreativwirtschaft einen hohen Stellenwert. Dieser soll, auch im Hinblick auf Dortmunds Orientierung hinsichtlich des Kulturhauptstadtjahres 2010, mittels institutionsübergreifenden Veranstaltungen der Öffentlichkeit näher gebracht werden. Dabei bezeichnet „Transversale“ ganz im Sinne des Themas eine Art Dachmarke, die durch die einzelnen Veranstaltungen spezifiziert wird. Mit Einladungskarten und Flyern, Plakaten, einem Journal und einem Webauftritt soll das Projekt öffentlich beworben und vermittelt werden.
Die „Transversale“ wird in einem zeitlichen Rahmen von zehn Wochen im Februar/April 2009 stattfinden. Durch das Projekt soll aktuelles Design ebenso wie aktuelle Kunst in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt werden. In den gleichzeitigen Präsentationen zum Thema lassen sich Verwandtschaften und Unterschiede der Disziplinen aufspüren.
|